Bücherträume

Ich hau erstmal ab - Johanna Nilsson

Klappentext

Janis muss nach Norden. Immer nach Norden, im Auto ihres Bruders, das sie einfach so genommen hat. Sie muss fahren, um das Ultimative zu finden, das, wovon Emelie und sie immer getraäumt haben, bevor das Schreckliche geschah. Unterwegs begegnen ihr Katastrophen und Tragödien, aber auch Hoffnung, Trost und: die Liebe.

Die Autorin

Johanna Nilsson, 1973 in Uppsala geboren, studierte Theologie, Staatswissenschaft und Wirtschaftskunde. Bereits mit zweiundzwanzig Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Kinderbuch. Seither hat sie das Schreiben zu ihrem Hauptberuf gemacht und sehr erfolgreich Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene veröffentlicht.Johanna Nilsson wurde für den renommierten schwedischen August-(Strindberg)-Preis nominiert und mit dem Wahlström & Widstrand-Literaturpreis ausgezeichnet.

Inhalt

Ihre beste Freundin Emelie hat sieben Schüler und sich selbst erschossen. Dabei hatten sie doch gemeinsame Pläne für die Zukunft. Fassungslos und schockiert schnappt Janis sich das Auto ihres Bruders und macht sich auf die Suche nach dem Ultimativen, dem Nordlicht. Auf ihrer Reise begegnen ihr verschiedene Menschen und ihre Geschichten. Da ist der frustrierte Teppichhändler Ake, die einsame alte Dame Sally und schließlich noch Jim. Doch letztendlich muss Janis sich ihrer eigenen Geschichte stellen und sich fragen, warum es überhaupt soweit gekommen ist und wie es jetzt weitergehen soll.

Meine Meinung

Protagonistin ist die 17-jährige Janis, die aus ihrer Sicht die Geschichte erzählt. Sie ist eine hervorragende Schwimmerin und ein ganz normales Mädchen, bis ihre beste Freundin einige Schüler und sich selbst erschießt. Für Janis bricht eine Welt zusammen. Das Buch spielt nun einige Wochen später, kurz nachdem Janis sich mit dem Auto ihres Bruders auf den Weg gemacht hat. Sie begegnet zwar ab und an einem anderen Menschen, im Vordergrund stehen allerdings oft ihre eigenen Gedanken. So erfährt der Leser nach und nach aus ihren Erinnerungen, was passiert ist. Leider passiert das immer nur in Bruchstücken und geht an einigen Stellen fast völlig in Janis Gefühlen, Fragen und Antworten unter. Aber auch andere Gedanken stoppen den Erzählfluss. So erfährt man zwar einiges über die Eltern, die spielen allerdings nie eine Rolle in dem Buch. Stattdessen wird kaum über die Opfer des Amoklaufes berichtet, sondern nur, wie Janis sich dabei gefühlt hat, was prinzipiell als richtig erscheint, letztendlich aber oftmals zu viel ist. Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt, aber ab und an fehlte mir auch die Tiefe, obwohl Janis Gedanken genug Raum in Anspruch nehmen. Deshalb wirkt die Protagonisten an manchen Stellen etwas unglaubwürdig und ich persönlich hatte Probleme, ihr zu folgen und sie zu verstehen.

Da sich das Buch um eine Reise dreht, dürfen natürlich auch die flüchtigen Begegnungen am Wegesrand nicht fehlen, allerdings waren zumindest zwei Personen in meinen Augen etwas überflüssig. Janis hat sich durch sie nicht verändert und sie wurden danach auch nie wieder genannt, so machte es zumindest den Eindruck. Besonders diese Stellen hinterließen bei mir den Eindruck, als wisse die Autorin selbst nicht genau, wie sich die Geschichte ertwickeln soll. Sie scheinen eher die Aufgabe von Lückenfüllern zu übernehmen. Dass sich das Buch ab der zweiten Hälfte dann zum größten Teil nur noch um das Thema "Liebe" dreht, hat mich auch nicht besonders gefreut. Und dann muss sich Janis auch noch in einen Jungen verlieben, der selbst ein Geheimnis hat. Die Autorin bedient sich hier gerne an dem ein oder anderen Klischee, auch was das Ende der Geschichte betrifft.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass einige Stellen des Buches wirklich wunderbar und berührend sind. Dort zeigt die Autorin mit einer leicht verständlichen Sprache doch noch einige Stärken. Sie glänzt hier mit kleinen Botschaften und Gesten, die mich davon abgehalten haben, das Buch aus der Hand zu legen.

Das Buch ist ein Selbstfindungstrip eines Mädchens, dem ab und an leider ein rote Faden fehlt und trotz geballter "Ich"-Gedanken zu oberflächlich wirkt. Die Idee ist ganz schön, das Ergebnis, trotz einiger Sternstunden, kaum überzeugend.

23.1.11 21:21

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(6.2.12 18:41)
Ich finde auch so wie du das dieses Buch echt fantastisch ist, ich kann es nicht richtig beschreiben. Das zeigt uns das egal wie jemand ist ob begabt oder nicht, ob jemand sich Pläne für Zukunft macht oder nicht wir sollten denjenigen akzeptieren so wie er ist.

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