Bücherträume

Gut gegen Nordwind

"Schreiben sie mir, Emmi. Schrieben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit den Kopf."

Emmi Rothner möchte per E-Mail ihr Abo der Zeitschrift "Like" kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder E-Mails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Auf einem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität kommen sich die beiden immer näher - bis sie sich der unausweichlichen Frage stellen müssen: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?

 

Ich hab mir das Buch von einer Freundne ausgeliehen. Jedenfalls liegt es jetzt ganz weit oben auf meinem SUB, da es mir stark empfohlen wurde. Und wenn es gut ist, dann lese ich auch noch den zweiten Teil (bisher bin ich noch etwas skeptisch)

3 Kommentare 21.9.10 22:00, kommentieren

Ich habe Freunde mitgebracht - Lucy Fricke

Klappentext

Was tun, wenn's nicht mehr brennt?
Wenn Träume, Socken, Ziele und Liebhaber durcheinandergeraten,
Erschöpfung die Wut ablöst und einem die Ausreden langsam ausgehen?

In einer Krise gibt es nichts Besseres als Freunde, denen es richtig mies geht.
Dies ist ihre Geschichte.

Die Autorin

Lucy Fricke
1974 in Hamburg geboren, hat lange als Script/Continuity gearbeitet, bevor sie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studierte.
2005 gewann sie den Berliner "Open Mike", zwei Jahre später erschien ihr erster Roman "Durst ist schlimmer als Heimweh".
2010 veranstaltete sie HAM.LIT, das erste Hamburger Festival für junge Literatur und Musik.
Lucy Fricke lebt in Berlin.

Inhalt

Henning, begnadeter Hobbykoch, ist Zeichner und träumt von dem großen Durchbruch. Seit zehn Jahren ist er mit Martha zusammen. Sie ist Radiosprecherin und verschwindet jedes Jahr für ein paar Tage. Betty arbeitet beim Film und hat ständig neue Liebhaber. Der für sein Alter unverschämt gutaussehende Jon will ein großer Schauspieler werden, doch bisher bekam er immer nur die Rolle als Leiche.
Doch dann ändert sich alles. Martha wird schwanger und Henning hat auf einmal andere Probleme als seine Arbeit. Betty landet nach einem Nervenzusammenbruch im Krankenhaus und Jon bekommt die Chance seines Lebens. Aber alles zieht nur noch mehr Probleme nach sich und nichts scheint nach einem Plan zu laufen.
Schließlich finden sich sich alle in einem Auto wieder, das sie auf eine kurze große Reise schickt.

Meine Meinung


Dieses Buch erzählt die Geschichte von vier Menschen, die anscheinend vom Schicksal bestraft werden sollen. Bei ihnen scheint alles schief zu gehen:
Falsche Hoffnungen, ungeplante Krankenhausaufenthalte, etc.

Gewöhnungsbedürftig ist die Aufteilung des Buches in drei Abschnitte und die Unterteilung in kleine Erzählabschnitte. Nacheinander wird die Geschichte aus der Sicht von je einem der vier Handlungsträger erzählt und dafür höchstens drei oder vier Seiten verwendet. Es verwirrt anfangs, dass man nicht genau weiß, wer gerade gemeint ist und was er oder sie vorher getan hat. Allerdings gewöhnt sich der Leser relativ schnell daran und wird am Ende des Buches mit einer zusammenhängenden Geschichte belohnt, wenn alle vier zusammentreffen.

Bereits auf den ersten Seiten bekommt der Leser einen Blick auf spätere Geschehnisse: Martha fährt ein Auto, auf dem Beifahrersitz die schlafende Betty. Henning liegt mit einem blutverschmierten Jon auf dem Rücksitz. Was genau passiert, erfährt man erst später im Verlauf der Geschichte.

Anfangs zieht ihr Leben wie immer an den Vieren vorbei. Die Geschichte tröpfelt durch Beschreibungen von Essen, Zimmern und Reisen dahin und auch, als kleinere und größere Veränderungen sich im Leben der Protagonisten bemerkbar machen, hält sich das Buch oft viel zu lange an unwichtigen Details auf. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu Brüchen in dem Erzählfluss und der Handlung durch die ständigen Sichtwechsel. So hat der Leser manchmal das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

Störend fand ich auch den Begriff "Freunde". Abgesehen davon, dass Jon und Betty nicht einmal miteinander reden, kommen auch selten zwei der Vier gleichzeitig vor. Sie scheinen anfangs kaum teilzunehmen am Leben ihrer "Freunde". Mit dem Verlauf des Buches ändert sich das zwar, zu Beginn finde ich den Begriff einfach nur Fehl am Platz.

Mir schien das Buch meistens ziemlich unrealistisch, was vielleicht daran liegen mag, dass ich keine Ahnung von Radiosprechern, Schauspielern und Comiczeichnern habe. Mit der Person "Martha" konnte ich gar nichts anfangen. Mir schien sie fremd, ihre Entscheidungen waren nicht nachvollziehbar. Teilweise hatte ich auch das gleiche Problem mit Betty.
Auch das Ende konnte ich nicht wirklich verstehen. Alle Vier verändern sich scheinbar von jetzt auf gleich.

Insagesamt fehlte es mir in diesem Buch einfach an Tiefe. Statt auf die Personen einzugehen und sie dem Leser näher zu bringen, wurde viel zu viel beschrieben. 

1 Kommentar 21.9.10 21:50, kommentieren

"Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna" - Fynn

Klappentext

 Anna liebt - einfach alles. Und alle lieben Anna, diesen naseweisen Fratz, denn niemand weiß so gut wie sie, was das wirklich ist: Gott und die Welt, Menschen und die Liebe, das Lachen und die Angst, Freude und Trauer.

1974 erschien Annas Geschichte zum ersten Mal auf deutsch - und seither ist sie einem Millionenpublikum ans Herz gewachsen. Kein Wunder, denn dieses himmlische Buch ist "eines der schönsten, anrührendsten, menschlichsten, heitersten, melancholischsten Bücher, das je erschienen ist!" - Die Welt

 

Fazit

Dieses Buch lässt sich nicht leicht beurteilen. Ich kann nicht genau sagen, ob es mir gefallen hat oder nicht. Einiges fand ich gut, anderes hat mich stutzig gemacht.

Die Geschichte wird aus der Sicht von dem Autor, also Fynn, erzählt, und handelt von seinem Leben mit Anna. Sie ist gerade einmal vier Jahre alt, als sie von ihm in den Londoner Docks gefunden wird. Von da an verändert sie sein Leben, denn Anna ist einzigartig. Mathematik, Religion, Philosophie - für Anna ist alles logisch. Doch ihr liebstes Thema ist Mister Gott. 172 Seiten hat meine Ausgabe von Annas Geschichte, in der sie so viele Menschen verzaubert, provoziert und verändert. Mit den Worten eines Kindes behandelt sie so viele Themen, über die sich sonst niemand Gedanken machen würde. Sie hat Antworten auf alle Fragen parat und hat eine ganz eigene Meinung zu Gott und der Welt.

Der Leser wird zum Nachdenken angeregt, bekommt aber so eine Fülle von Annas Gedanken serviert, dass es schwer ist, alles zu behalten. Am Ende des Buches mag zwar einiges hängen geblieben sein, aber letztendlich geht doch vieles wieder verloren. Was mich auch gestört hat, dass war das Ende eines Gedankens. Wenn Anna gerade einmal wieder etwas erklärt hatte und ein Gespräch mit Fynn führte, dann wurde der Absatz plötzlich beendet, obwohl ich manhcmal noch etwas mehr gebraucht hätte, um alles richtig verstehen zu können.

 Ich habe für das Buch ziemlich lange gebrauhct, wenn man an die Seitenzahl denkt. Nach zwanzig Seiten hatte ich immer das Gefühl, das Buch weglegen zu müssen. Ich musste es verdauen, auch manchmal schon nach einem Absatz nachdenken.

Dieses Buch berührt, selbst wenn es manchmal verwirrt und das Lesen manchmal von selbst unterbricht. Ein schönes Bu

1 Kommentar 12.9.10 14:56, kommentieren

Herbstvergessene - Anja Jonuleit

Klappentext

"Das alles liegt nun so fern von mir, und an manchen Tagen verscheucht das wirkliche Leben die Gespenster der Vergangenheit.
Dann machen meine Hände mich glauben, dass ich schuldlos bin."


Nach dem rätselhaften Tod ihrer Mutter Lilli Sternberg findet Maja in deren Nachlass ein Foto. Es zeigt Großmutter Charlotte mit einem Baby. Doch dieses Baby hat keinerlei Ähnlichkeit mit der hellblonden, blauäugigen Lilli. Maja begibt sich auf Spurensuche und stößt auf ein dunkles Familiengeheimnis, das alle Gewissheiten in ihrem Leben zunichte macht.
 
 
 
 
Die Autorin

Anja Jonuleit, 1965 in Bonn geboren, ist Übersetzerin und Dolmetscherin. Sie lebte und arbeitete in New York, Bonn, Rom, Damaskus und München. 1994 kehrte sie mit ihrer Familie an den Bodensee zurück. Sie ist Mutter von zwei Kindern. Ihren ersten Roman "Das Wasser so kalr" veröffentlichte sie 2007. "Herbstvergessene" ist ihr zweiter Roman.

 
Meine Meinung

Maja Sternberg erhält unerwartet einen Anruf von ihrer Mutter, mit der sie seit dem Tod der Großmutter kein Wort gewechselt hat. Als sie eine Woche später zu ihr nach Wien reist, ist ihre Mutter tot, Selbstmord. Doch Maja glaubt nicht daran und beginnt zu recherchieren. Sie stößt auf ein altes Foto von ihrer Großmutter Charlotte mit einem Baby auf dem Arm. Doch das ist nicht Majas Mutter Lilli. Außerdem fehlt auf deren Geburturkunde der Name des Vaters und als Geburtort ist "Hohehorst" angegeben, während der Zeit des Nazi-Regimes ein "Lebensborn"-Heim für unverheiratete Schwangere. Maja weiß nicht mehr, was sie glauben soll. Sie begegnet Erna Buchholtz, der hilfsbereiten Nachberin ihrer Mutter; Dr. Prohacek, der bei ihrer Mutter Krebs diagnostizierte und wohl auch privat Kontakt zu Lilli hatte; und Roman Sartorius, dessen Vater Arzt in Hohehorst war und der Maja irgendwie anzieht. Doch jeder scheint vor ihr etwas zu verbergen. Und schließlich gelangt Maja in den Besitz eines Manusskripts und einiger Unterlagen, die ihr Leben auf den Kopf stellen.

"Herbstvergessene" erzählt die Geschichte von drei Frauen unterschiedlicher Generationen in vier Teilen mit vielen kleinen Kapiteln. Im Buch wechselt sich immer ein Kapitel über die Jüngste von ihnen, Maja, mit einem Kapitel ihrer Großmutter, Charlotte, ab. Beide sind in der Ich-Perspektive verfasst. Maja erzählt von der Gegenwart, wie sie versucht die Geheimnisse von Mutter und Großmutter zu lüften, wie ihr Liebesleben immer komplizierter wird und wie sie schließlich ihr gesamtes Leben umkrempelt. Die Geschichte, die Charlotte erzählt, spielt die meiste Zeit in Hohehorst, 1944/45. Es ist ein Manusskript, eine selbstverfasste Autobiographie in denen ihre große Liebe Paul, ihre Freundin Hanna und Dr. Sartorius eine Rolle spielen.
Der Leser weiß zwar immer ein wenig mehr als Maja, was die Vergangenheit der Großmutter angeht. Doch was Lilli Sternverg herausgefunden hat und warum sie sich selbst umbrachte, dass muss man erst mit Maja ergründen.

Anja Jonuleit erzählt eine fesselnde Geschichte. Zwar beschreibt sie oft detailreich Orte oder Personen, doch dadurch zieht sie den Leser aber noch mehr hinein. Jede Person bekommt eine Persönlichkeit und besonders mit Maja konnte ich mich leicht anfreunden.

Alles in allem ist es ein sehr gelungenes Buch über Gegenwart und Vergangenheit, über Freundschaft, Liebe, Angst, Trauer, Schmerz und Sehnsucht.
Das Buch hat mich mitgerissen, ich wollte unbedingt erfahren, was es mit den ganzen Geheimnissen auf sich hatte und wurde nicht enttäuscht.
Im Endeffekt hat es mir sogar noch besser gefallen, als ich anfangs gedacht hatte und auch wenn das Ende ein wenig offen war und ich immer noch ein oder zwei Fragen hatte, das Buch fand ich definitiv lesenswert.

1 Kommentar 9.9.10 15:18, kommentieren