Bücherträume

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2 Kommentare 11.6.11 12:43, kommentieren

Ich hau erstmal ab - Johanna Nilsson

Klappentext

Janis muss nach Norden. Immer nach Norden, im Auto ihres Bruders, das sie einfach so genommen hat. Sie muss fahren, um das Ultimative zu finden, das, wovon Emelie und sie immer getraäumt haben, bevor das Schreckliche geschah. Unterwegs begegnen ihr Katastrophen und Tragödien, aber auch Hoffnung, Trost und: die Liebe.

Die Autorin

Johanna Nilsson, 1973 in Uppsala geboren, studierte Theologie, Staatswissenschaft und Wirtschaftskunde. Bereits mit zweiundzwanzig Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Kinderbuch. Seither hat sie das Schreiben zu ihrem Hauptberuf gemacht und sehr erfolgreich Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene veröffentlicht.Johanna Nilsson wurde für den renommierten schwedischen August-(Strindberg)-Preis nominiert und mit dem Wahlström & Widstrand-Literaturpreis ausgezeichnet.

Inhalt

Ihre beste Freundin Emelie hat sieben Schüler und sich selbst erschossen. Dabei hatten sie doch gemeinsame Pläne für die Zukunft. Fassungslos und schockiert schnappt Janis sich das Auto ihres Bruders und macht sich auf die Suche nach dem Ultimativen, dem Nordlicht. Auf ihrer Reise begegnen ihr verschiedene Menschen und ihre Geschichten. Da ist der frustrierte Teppichhändler Ake, die einsame alte Dame Sally und schließlich noch Jim. Doch letztendlich muss Janis sich ihrer eigenen Geschichte stellen und sich fragen, warum es überhaupt soweit gekommen ist und wie es jetzt weitergehen soll.

Meine Meinung

Protagonistin ist die 17-jährige Janis, die aus ihrer Sicht die Geschichte erzählt. Sie ist eine hervorragende Schwimmerin und ein ganz normales Mädchen, bis ihre beste Freundin einige Schüler und sich selbst erschießt. Für Janis bricht eine Welt zusammen. Das Buch spielt nun einige Wochen später, kurz nachdem Janis sich mit dem Auto ihres Bruders auf den Weg gemacht hat. Sie begegnet zwar ab und an einem anderen Menschen, im Vordergrund stehen allerdings oft ihre eigenen Gedanken. So erfährt der Leser nach und nach aus ihren Erinnerungen, was passiert ist. Leider passiert das immer nur in Bruchstücken und geht an einigen Stellen fast völlig in Janis Gefühlen, Fragen und Antworten unter. Aber auch andere Gedanken stoppen den Erzählfluss. So erfährt man zwar einiges über die Eltern, die spielen allerdings nie eine Rolle in dem Buch. Stattdessen wird kaum über die Opfer des Amoklaufes berichtet, sondern nur, wie Janis sich dabei gefühlt hat, was prinzipiell als richtig erscheint, letztendlich aber oftmals zu viel ist. Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt, aber ab und an fehlte mir auch die Tiefe, obwohl Janis Gedanken genug Raum in Anspruch nehmen. Deshalb wirkt die Protagonisten an manchen Stellen etwas unglaubwürdig und ich persönlich hatte Probleme, ihr zu folgen und sie zu verstehen.

Da sich das Buch um eine Reise dreht, dürfen natürlich auch die flüchtigen Begegnungen am Wegesrand nicht fehlen, allerdings waren zumindest zwei Personen in meinen Augen etwas überflüssig. Janis hat sich durch sie nicht verändert und sie wurden danach auch nie wieder genannt, so machte es zumindest den Eindruck. Besonders diese Stellen hinterließen bei mir den Eindruck, als wisse die Autorin selbst nicht genau, wie sich die Geschichte ertwickeln soll. Sie scheinen eher die Aufgabe von Lückenfüllern zu übernehmen. Dass sich das Buch ab der zweiten Hälfte dann zum größten Teil nur noch um das Thema "Liebe" dreht, hat mich auch nicht besonders gefreut. Und dann muss sich Janis auch noch in einen Jungen verlieben, der selbst ein Geheimnis hat. Die Autorin bedient sich hier gerne an dem ein oder anderen Klischee, auch was das Ende der Geschichte betrifft.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass einige Stellen des Buches wirklich wunderbar und berührend sind. Dort zeigt die Autorin mit einer leicht verständlichen Sprache doch noch einige Stärken. Sie glänzt hier mit kleinen Botschaften und Gesten, die mich davon abgehalten haben, das Buch aus der Hand zu legen.

Das Buch ist ein Selbstfindungstrip eines Mädchens, dem ab und an leider ein rote Faden fehlt und trotz geballter "Ich"-Gedanken zu oberflächlich wirkt. Die Idee ist ganz schön, das Ergebnis, trotz einiger Sternstunden, kaum überzeugend.

2 Kommentare 23.1.11 21:21, kommentieren

Spa-Geflüster - Fay Weldon

Klappentext

Eine Handvoll Powerfrauen verbringt Weihnachten in einem eleganten Wellness-Spa. Bei Kaviar und Champagner erzählen sie einander ihr Lebensgeschichten. Und die stecken voller Eifersucht, Intrigen, Mord und Totschlag.

Die Autorin

Fay Weldon, 1931 in England geboren, ist eine der "unterhaltsamsten und provokantesten Gegenwartsautorinnen" (Sunday Telegraph). Ihr pointierter, lässgier Stil, der sich duch Empathie und Scharfblick auszeichnet, ist ihr Markenzeichen. Fay Weldon gilt als Expertin für weibliche Lebenslügen und Rollenspiele. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet und in dreiundzwanzig Sprachen übersetzt.

Inhalt

Kurz vor Weihnachten stürzt nach einem Wasserschaden der Fussboden des Badezimmers ein und ihr Mann reist alleine zu seiner pflegebedürftigen Mutter. Phoebe, Schriftstellerin, bleibt allein zu Hause zurück und sagt das Festtagsessen mit der restlichen Familie ab. Doch was soll sie tun in einer kaum bewohnbaren Wohnung? Ihre Friseuse schlägt ihr einen zehntägigen  Wellnessurlaub in einem Castle Spa über die Festtage vor. Und schon reist Phoebe in der Hoffnung auf etwas Ablenkung ab und trifft auf weitere Frauen, die sich eigentlich verwöhnen lassen wollen. Doch schon nach kurzer Zeit entpuppt sich das Ganze als finanzielle Ruine, denn die Besitzerin hat eine Leidenschaft für Glücksspiele. Nach und nach verlassen die Mitarbeiter das Castle, nicht zuletzt wegen des schlechten Wetters. Mitten in einem Funkloch und ohne Kontakt zu Außenwelt, beginnen die Frauen sich gegenseitig am Pool ihre Geschichten zu erzählen. Von untergehenden Schiffen, über den Hass auf Katzen bis hin zur erfolgreichen Unternehmerin, die ihren Bruder heiraten möchte. Jede Geschichte ist auf ihre Art einzigartig.

Meine Meinung

Ich habe dieses Buch als Leseexemplar von Vorablesen erhalten, sonst hätte ich es mir wohl kaum gekauft. Die Leseprobe hörte sich eigentlich ganz gut an, allerdings sollte ich ab und an doch auf mein Bauchgefühl hören, wenn es mir sagt, dass das Buch nichts für mich ist.

Das Buch ist bis auf den Anfang so aufgebaut, dass immer eine Geschichte einer Frau erzählt wird, dann wieder die Rahmenhandlung in der Ich-Perspektive der Schriftstellerin Phoebe. Hier liegt auch das Problem des Buches, denn durch das ständige Erzählen eines Charakters wird ein SPannungsaufbau vermisst. Insgesamt macht das den Eindruck, als wäre dieses Buch eine Kurzgeschichtensammlung, die irgendwie in einem großen Rahmen verpackt wurde.

Die Geschichte spielt größtenteils in einem Castle Spa, einer umgebauten Burg, die an einigen Stellen bereits erhebliche Mängel aufweist. Dort drinnen erzählen sich am Pool Frauen, die alle einen gewissen Status in der Gesellschaft haben. Dass dort kleine und große Skandale herauskommen, ist bereits am Anfang klar. Ob es hier tatsächlich zu "Mord und Totschlag" kommt, hab ich gleich am Anfang angezweifelt. Zwar stirbt hier ab und an mal jemand, aber spannend ist das Ganze nicht wirklich. Mit der Zeit erweckt es den Eindruck, als wüsste die Autorin nicht mehr, welche Geschichte eine weitere Frau erzählen könnte. Sie wirken immer unrealistischer und oft lassen sich die Gedankengänge der Frauen nicht nachvollziehen.

Etwas störend ist auch die Rahmenhandlung. Phoebe versucht verzweifelt ihren Mann zu erreichen, weil sie den Eindruck hat, er gehe fremd. Allerdings gibt es keinen Empfang und das einzige Telefon darf eigentlich nur im Notfall benutzt werden. Diese Sorgen tauchen aber erst ungefähr ab der Mitte des Buches auf von einem Moment zum nächsten. Von da an besteht die weitere Handlung fast nur aus Phoebes Monologen, in denen sie sich Gedanken macht. Dadurch zieht sich das Buch unnötig in die Länge.

Alles in allem würde ich sagen, hier wäre es tatsächlich besser  gewesen, eine Sammlung von Kurzgeschichten daraus zu machen und das Bindeglied wegzulassen. Ich selbst mag keine Kurzgeschichten, da das Buch allerdings fast gänzlich daraus besteht, lässt sich deutlich meine Position zu dem Ganzen erkennen. Diese Geschichten fand ich besonders langartmig und ich habe jegliche Spannung vermisst. Genauso, wie ich auch vergeblich auf etwas Humor gewartet habe.

Zur Verteidigung des Buches muss ich vielleicht noch zugeben, dass ich wahrscheinlich nicht zur Zielgruppe dieses Buches gehöre. Schließlich ist auch die Protagonisten ungefhr zwei- bis dreimal so alt wie ich und viele der anderen Frauen ebenfalls.

2 Kommentare 13.12.10 22:37, kommentieren

Advent, Advent

Mein letzter Post ist vom 21. September, fiel mir gerade auf. Nun, es tut mir wirklich Leid, aber ich habe einfach keine Zeit gefunden, etwas zu schreiben. Auch das Lesen kommt in letzter Zeit einfach zu kurz. Ich werde mich aber bemühen, in nächster Zeit etwas aktiver zu werden.

Heute wird bereits die zweite Kerze angezündet. Wir gehen mit großen Schritten auf Weihnachten zu. Draußen schneit es, ich jedenfalls hatte mindestens 20 Zentimeter Neuschnee. Eigentlich ein super Wetter zum Lesen, falls man nicht gerade Schneeschieben muss. Ich bevorzuge lieber dicke Schmöcker im Winter. Vielleicht fange ich Ken Follet bald an, oder eines der Tolkien-Bücher, die gerade auf meinem SUB liegen.

Für alle, die im Moment noch nach frischem Lesestoff suchen,  habe ich ein paar kleine Tipps. Einige Verlage und Internetseiten bieten nämlich Adventskalender an, bei denen man 24 Tage lang Bücher gewinnen kann:

 

  • Vorablesen.de stellt jeden Tag eine kleine Aufgabe oder Frage ins eigene Forum. Wer angemeldet ist, kann dort entweder sofot posten oder muss eine kleine Nachricht mit der Antwort schicken. Es gibt dort Bücher, aber auch Punkte zu gewinnen.
  • Der Randomhouseverlag verlost täglich drei Bücher und unter allen Teilnehmern noch einen Leseurlaub. Wer gewinnen möchte, der muss nur eine kleine Frage zu einem Buch beantworten. Die Antworten sind leicht zu recherchieren, keine Angst.
  • Der Adventskalender von Bertelsmann auf Facebook läuft fast genauso ab. Es wird eine Frage zu einem Buch gestellt und unter den Teilnehmern drei Bücher verlost. Allerdings bekommt man hier nicht ein vorgefertigtes Formular zu ausfüllen, sondern muss eine Mail schreiben.  
  • Der Carlsen Verlag bietet einen Adventskalender zu den "Monstern des Alltags". Hier gibt es zwar nichts zu gewinnen, aber jeden Tag findet man ein bisschen Adventszeit mit einer Prise Ironie. Einfach mal reinschauen.

Ich werde die Augen offenhalten, und nach weiteren Adventskalendern Ausschau halten. Über Tipps bin ich sehr dankbar. Und jetzt wünsche ich allen eine schöne Adventszeit!!

 

1 Kommentar 5.12.10 14:49, kommentieren